Colli di Rimini - Denominazione di origine controllata. 
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Die Winzerkultur Riminis - eine althergebrachte Tradition

von Oreste Delucca

Fokussierung des Gebiets gebiet

Das Gebiet von Rimini weist eine jahrtausendealte Geschichte und Tradition in Sachen Wein und Weinreben auf. Die Präsenz von einheimischen Rebsorten wird durch einen Fund belegt, der im Tal Valle del Conca gemacht wurde. Es handelt sich um Reblinge und Früchte, die auf das paläolithische Zeitalter zurückgehen. Die ersten nachgewiesenen Zeugnisse des Weinanbaus sind die Grabfunde der Villanova-Kultur in Verucchio aus dem 7. Jahrhundert v. Chr.

Von diesem Zeitpunkt an ist die Kultur des Weinbaus in Rimini lückenlos dokumentiert. Es waren die Etrusker, die die Technik des Rebschnitts und Stützen aus Lebendbäumen einführten. Diese Technik wurde von den Galliern, die sich später hier ansiedelten, aufgegriffen und weitergeführt. Die Römer, die im 3. Jahrhundert v. Chr. hierher gelangten, nannten die Anbauform von Reben in Kombination mit den Bäumen denn auch „Arbustum Gallicum“.

Durch die Gründung der Kolonie „Ariminum“ und die systematische Rodung der Umgebung, erreichten der Weinanbau und die Weinproduktion bedeutende Ausmaße und stellten einen zentralen Faktor der Wirtschaft dar. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Zeugnisse bildender Kunst und Berichte der römischen Historiker, die die hohen Erträge der Weinberge dieser Gegend anpriesen, die den beträchtlichen Ausfuhrströmen nach Rom für lange Zeit nachkommen konnten.

Relief mit Weintraube – Größe 125 x 140
Rimini - Zierrelief
27 v. Chr.
Foto: Museum der Stadt
Rimini.

Auch die Krise des römischen Reiches konnte diese Warenbewegungen nicht ganz ausschalten. Dies geht aus einer in Rom gefundenen Gedenktafel aus dem Jahre 251 hervor, in der die Weinhändler aus Rimini bei ihren Aktivitäten in Rom dargestellt werden.

Der Niedergang des römischen Reichs ließ den Handel versiegen und legte die produktiven Aktivitäten in jeder Region lahm. Nichtsdestotrotz konnte die landwirtschaftliche Produktion der Gegend von Rimini ein gewisses Gewicht beibehalten und wurde auch durch die neue Bedeutung der nahe gelegenen Stadt Ravenna unterstützt. Die Schriftstücke in Bezug auf die Zeit zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert geben zahlreiche Berichte hinsichtlich der Präsenz der Weinreben in Rimini wieder und enthalten interessante Informationen über Vereinbarungen, Techniken und Hilfsmittel in Bezug auf den Weinbau und die Weinproduktion.

Die Jahre ab der ersten Jahrtausendwende warten mit zahlreichen historischen Zeugnissen hinsichtlich der Entwicklung der Produktion und des Handels auf, aber auch mit vermehrten Archivquellen. In den Landgebieten verbreitete sich das System der Gutsverwaltung immer weiter. Darin wird den Kulturen nachhaltig Raum gegeben. Die Weinrebe breitete sich in hohem Maße aus und gewährleistete eine Weinproduktion, die den starken Verbrauch der Region deckte und gleichzeitig gute Ausfuhrmöglichkeiten nach Venedig bot.

Die mittelalterlichen Statuten von Rimini bieten durch eine sorgfältig ausgearbeitete Regelung, die das Leben in der Stadt und des Umlands regelte, eine Vielzahl an Elementen in Bezug auf den Weinbau und die Weinherstellung, die entsprechende Lagerung, den Transport, den Absatz und den Genuss, wobei die zentrale Rolle des Weins für die Wirtschaft und das Leben der Menschen hervorgehoben wird. Unter technischem Aspekt entwickelte sich der Weinbau und die Weinproduktion trotz einer insgesamt rückständigen Agrargesellschaft als fortgeschrittenster Sektor, der die meisten Investitionen verzeichnen konnte. Die verschiedenen Phasen des Anbaus und der Produktbearbeitung sind die positive Synthese der verschiedenen Kenntnisse, die von der hiesigen Bevölkerung oder den Menschen weitergegeben wurden, die die Gewohnheiten dieses Gebiets beeinflusst haben. Wir können somit feststellen, dass der Weinbau in Kombination mit Bäumen eine von den Etruskern hergeleitete Technik ist, die Verwendung von Holzbehältern mit Dauben als gallische Tradition gilt und die einst zur Weinherstellung benutzten viereckigen Behälter der römischen Kultur entspringen, während das Presssystem auf Basis des Binoms Balken-Schraube griechischen Einflüssen zu verdanken ist.

Die Innovationen und Verbesserungen, die das heutige Zeitalter und die heutigen Techniken prägen, stützen sich auf diese mittelalterliche Tradition. Es war ein langwieriger, aber fruchtbarer Prozess, der durch wichtige Meilensteine charakterisiert wird: Eine wachsende Beachtung in Sachen landwirtschaftliche Bodenbedürfnisse, Festlegung der Rebsorten, Anpflanzung, Düngung, Rebschnitt, aber auch eine wachsende Sorgfalt hinsichtlich der Ernte, Pressung, Gärung und Lagerung des Produkts. Die atavistischen Kenntnisse und Gewohnheiten wurden mithilfe von Schulungen, gesunden Wettbewerbs, der Überwindung des Individualismus und der Vergesellschaftlichung der Strukturen herausgefiltert.

Heute sehen wir in einem erhobenen Glas Wein das Know-how vieler Menschen und die Arbeit mancher Hände, die der Erde Riminis den Saft von Generation zu Generation abgerungen haben.




Die Bevölkerung von Rimini, Weinreben und das Meer

von Stefano Romani

Antike Darstellung bewirtschafteter Ländereien – Größe 280 x 191

Das Meer hat als bedeutendes Charakterisierungselement des Gebiets von Rimini dessen Kultur, die sozialen Strukturen und die Gesellschaft der Adriaküste seit jeher beeinflusst. Das antike Rimini, Treffpunkt von Menschen und Zentrum des Warenaustauschs sowie Verladeort für Waren und Wein. Darauf gründet sich der Charakter der Bevölkerung von Rimini, die tief mit den Traditionen verwurzelt ist, Gastfreundschaft zeigt und zugleich ihre Tore für die kosmopolische Welt öffnet. Die Liebe zum Meer, im Sommer den Freuden der Urlaubsgäste überlassen, und zu dieser Jahreszeit wohl nur in Gedanken präsent. Im Herbst und Winter wird es jedoch ganz ausgekostet – so wie dies die Darsteller von Federico Fellinis Bildern und seinem Film „I Vitelloni“ tun.

Althergebracht ist auch die Beziehung zwischen der Weinrebe und dem Meer. Bereits als die ursprünglich vom Mittelmeerbecken stammende „Vitis Vinifera“ den alten Kontinent und die Welt zu erobern begann und zu einer kosmopolischen Pflanze wurde..

Eingeführt wurde sie zunächst von den griechischen Seefahrern, danach von den Etruskern und den römischen Kolonialherren. Sie wurde dann vom alten Kontinent auf dem Meeresweg zum Gefährten von Eroberern und Kolonialisten auf den Seewegen nach Amerika, Südafrika und Australien. Auch die Edle Weinrebe liebt somit das Meer und dessen salzigen Duft. Sie hat ihre Wurzeln als einheimische oder hergebrachte Pflanze in die Erde geschlagen und hat die dominierenden Hügellandschaften, die auf einen offenen Meereshorizont blicken, als ihre erste Heimat gewählt.

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